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Elektronikdistribution startet dy­na­misch ins Jahr 2026 – Un­sicher­heiten bleiben

06. Mai 2026

Zwischen Industrieboom und KI-Druck

Marktentwicklung nach Produktgruppen im deutschen Elektronikmarkt (FBDi), Q25–26


Berlin, 06. Mai 2026 –
Die Elektronik­dis­tri­bu­tion verzeichnet laut FBDi e.V. im ersten Quar­tal 2026 einen deutlichen Aufschwung. Mit einem Um­satz­plus von 10,1 % gegen­über dem Vor­jahres­quar­tal und einem Book to Bill Index von 1,44 zeigt der Markt eine klare Belebung. Besonders be­mer­kens­wert ist der Anstieg des Auftrags­ein­gangs um 63,7 %, der auf eine spür­bare Erholung und eine zunehmende Projektaktivität hinweist.

Gleichzeitig bleibt das Umfeld anspruchsvoll: Sorgen über kapazitätsbedingte Verfüg­bar­kei­ten, fragile Lieferketten und ein globaler Elek­tro­nik­markt, der laut WSTS im Februar 2026 um 61,8 % gegenüber dem Vor­jahr ge­wachsen ist, prägen die Lage. Ins­be­son­dere die Preis­ex­plo­sio­nen im Memory Seg­ment wirken sich un­mit­tel­bar auf den deutschen Markt aus.

Einordnung

»Der positive Trend aus dem späten Vorjahr setzt sich fort, getragen von stabilen Preisen und einer spürbaren Nach­frage­be­le­bung,« konstatiert Andreas Falke, Geschäftsführer FBDi e.V.
»Gleichzeitig nehmen die Sorgen über Verfüg­bar­keit und Liefer­kett­en wieder zu. Globale In­sta­bi­li­tät, regio­nale Kon­flik­te und volatile Energie­märkte schaffen Un­sicher­heit, ohne jedoch das zu­grunde liegen­de Wachs­tums­poten­zial zu über­decken. Europa bleibt stärker an industrielle An­wen­dun­gen gebunden als an die KI ge­trie­be­nen Nach­frage­wellen in den USA und Asien. Das macht unsere Ent­wick­lung kon­ti­nu­ier­licher, sie bleibt dennoch an­fäl­ig für externe Schocks.«

Marktentwicklung nach Produktgruppen

Die Halbleiter zeigten im ersten Quartal eine dy­na­mische, aber hochvolatile Entwicklung. Mit 577,6 Mio. € Umsatz (+8,4 %) bleibt das Segment ein zentraler Wachs­tums­treiber. Besonders he­raus­ra­gend ist das Memory Segment, das mit +115,8 % nahezu ex­plo­dierte. Die globale KI Nachfrage führt hier – ebenso wie bei Teilen der Logik Bauelemente – zu massiven Ka­pa­zi­täts­eng­pässen, stei­gen­den Preisen und einem außer­ge­wöhn­lich hohen Booking. Das spiegelt sich im Book to Bill von 1,62 wider, während Memory mit einem Wert von 3,42 und einem nahezu ver­sechs­fach­ten Auftrags­ein­gang (+590 %) alle his­to­rischen Ver­gleichs­werte sprengt.

Auch Opto Bauelemente, MOS Micro und pro­gram­mier­bare Logik verzeichneten deutliche Zuwächse bei den Auftrags­ein­gän­gen von jeweils über 60 %.
Diese Dynamik ist zweischneidig: Neben den Aus­wir­kun­gen der Preis­stei­ge­rungen spielt auch strategische Bevorratung eine große Rolle. Für die kommenden Quartale sind daher erhebliche Markt­ver­wer­fungen möglich, sowohl nach oben als auch nach unten. Ob hier ein An­teckungs­ri­si­ko für an­dere Pro­dukt­gruppen ent­steht oder eine Bremse für die weitere Markt­ent­wicklung, bleibt offen.

Die IP&E Segmente präsentierten sich da­ge­gen deutlich stabiler und weniger volatil.
Mit einem Gesamt­um­satz von 320,7 Mio. € (+11,8 %) und einem Book to Bill von 1,17 zeigt sich eine breit ab­ge­stützte Er­ho­lung. Passive Bau­ele­mente erzielten 137,4 Mio. € Umsatz (+11,8 %), ge­tra­gen von einer soliden indus­tri­ellen Nach­frage und einem Auf­trags­ein­gang, der um 28,1 % zulegte.

Die Elektromechanik bleibt ein verlässlicher Wachs­tums­pfeiler: 149,6 Mio. € Umsatz (+14,8 %), ein Book to Bill von 1,22 und ein Auftrags­eingang von +33,4 % unter­strei­chen die Bedeutung dieses Segments für Auto­ma­ti­sierung, Energie und Ge­bäu­de­technik.
Ins­ge­samt zeigt IP&E ein ro­bus­tes, nach­hal­tiges Wachs­tum, das stärker auf realen indus­triel­len An­wen­dungen basiert und weniger von globalen Spe­ku­lations­zyklen beeinflusst wird.

Ausblick

Die starken Auftragseingänge und die Er­ho­lung im zweiten Halbjahr 2025 bilden eine solide Grund­lage für 2026, doch die Risiken bleiben erheblich: geo­po­li­tische Span­nun­gen, volatile Liefer­ket­ten, ein KI Boom, der vor allem in den USA und Asien statt­findet, sowie steigende An­for­de­rungen an Energie und Roh­stoff­sicher­heit.

Gleichzeitig eröffnen sich neue Chancen – ins­be­son­dere in KI-Infra­struk­tur, Defense & Aerospace, der Energie und Mobi­li­täts­wende sowie in System­inte­gra­tion und lang­le­bigen Industrie­an­wen­dungen.

»Europa braucht Klarheit, Mut und ge­mein­same Prio­ri­täten, um seine indus­triel­le Stärke aktiv in die Zukunft zu tragen«, betont Falke. »Das erste Quar­tal 2026 zeigt, dass der Markt wieder Tritt fasst. Jetzt gilt es, das aktuelle Mo­men­tum zu nutzen und  die  Basis für mehr Resilienz entlang der gesamten Wert­schöp­fungs­kette weiter zu stärken und eine bessere Position im globalen Wett­be­werb zu ent­wickeln.«

 

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