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FBDi: Marktzahlen für Q1/2021

14. Mai 2021

Deutsche Bauelemente-Distribution erlebt massiven Nachfrageschub

Die Marktzahlen der Distribution im 1.Quartal 2021 (Quelle: FBDi)

Noch ist der Umsatz im europäischen und deutschen Bauelemente-Distri­butions­markt im Vergleich zum Vor-Corona-Quartal Q1/20 rückläufig, doch wie bereits im letzten Quartal ging der Auftragseingang in Q1/21 durch die Decke. Nach 23% im Vorquartal gingen die Buchungen der Kunden um 48,8% nach oben und bescherten mit einem Volumen von 1,24 Milliarden Euro ein neues Allzeithoch. Der Umsatz blieb mit 771 Millionen Euro etwas hinter den Erwartungen (-6,1%), gebremst von mangeln­der Verfügbarkeit von Bauteilen. Mit 1,61 zeigte Q1 die höchste je beim FBDi re­gis­trierte Book-to-Bill-Rate.

Auf Produktebene legten die 2020 am stärk­sten betroffenen Passiven Bauelemente deut­lich zu, mit 6% auf 101 Millionen Euro. Halbleiter sahen in einigen Produkt­be­rei­chen einen überproportionalen Rückgang, was zu einem Gesamtminus von -11% und einem Umsatz von 501 Millionen Euro führte. Bei der Elektromechanik lag der Umsatz um 2,9% höher (107 Millionen Euro). Vergleichsweise stark wuchsen die Stromver­sor­gungen (+8,7% auf 32 Millionen Euro) und die Baugruppen (10,4% auf knapp 10 Milli­onen Euro). Displays und Sensoren blieben ebenso wie die Halb­lei­ter im Minus. Damit ergab sich zumindest für das erste Quartal eine leichte Gewichtsver­schie­bung: Hallbleiter stellen „nur“ noch 65% vom Kuchen, Passive 13%, Elektromechanik 14% und Stromversorgungen 4%.

FBDi-Vorstandsvorsitzender Georg Steinberger: „Die Umsatz­ent­wick­lung im Halbleiter­be­reich ist zwar etwas enttäuschend, aber angesichts eines Auf­trags­zuwachses von 52% auf fast 900 Millionen Euro steht wohl ein ziemlich interessantes 2021 bevor, geprägt von massiver Knappheit und bereits jetzt absehbaren Preis­er­hö­hungen durch die Hersteller. Bei den anderen Bauteilen wird es nicht viel anders sein.“

Im weiteren sieht der FBDi die allgemeine Diskussion über Europas künftige Rolle in der Hightech-Welt mit gemischten Gefüh­len.

Steinberger: „Wenn Milliarden an Steuer­geldern durch die Gegend geworfen werden für eine Aufholjagd mit China, USA oder an­de­ren Ländern, sollte man sich immer fra­gen, ob das Geld richtig eingesetzt wird. So wünschenswert eine hochsub­ven­tionierte 2-nm Halbleiterfabrik für manche Politiker oder Großunternehmen sein mag, so stellt sich doch die Frage, was der, die deutsche und europäische Industrie prägende, Mittelstand davon hat. Dieser ist aus arbeitsplatztechnischer Sicht mindes­tens genauso system­relevant wie die Automobilindustrie. Dreistellige Milliar­den­be­träge müssen sich auch amortisieren, aber wo sind die massentauglichen Anwen­dun­gen dafür in Europa?“

 

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