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FBDi: Marktzahlen für Q2/2022

10. August 2022

Deutsche Bauelemente-Distribution mit starkem zweiten Quartal auf Rekordkurs

Die Marktzahlen der Distribution im Q2/2022 (Quelle: FBDi)

Ein fulminantes zweites Quartal 2022 lässt die deutsche Bauelemente­distri­bu­tion weiterhin von einem Rekordjahr träumen. Der Umsatz der im FBDi mel­den­den Distri­butoren stieg um 43 % auf 1,12 Milliarden Euro, der Auftragseingang immerhin noch um 21 % auf 1,71 Milliarden Euro, annähernd so hoch wie in Q1.

Die Book-to-Bill-Rate hat zwar das absolute Rekordniveau des letzten Jahres verlassen, verharrt mit 1,52 dennoch weiter über »Normal«. Das erste Halbjahr endete damit bei knapp 2,3 Milliarden Euro Umsatz und Neuafträgen von knapp 3,5 Milliarden Euro.

Produktsegmente

In den Produktsegmenten verlief die Entwicklung deutlich unterschiedlicher.

Während die Halbleiter um 47 % auf 756 Millionen Euro wuchsen, standen die Pas­si­ven mit 34,7 % plus bei 135 Millionen Euro etwas zurück. Die Elektromechanik »nor­ma­li­sier­te« sich auf +28,4 % und 139 Millionen Euro Umsatz. Andere Produkte wie Strom­ver­sor­gun­gen, Sensoren, Displays und Baugruppen & Systeme bewegten sich zwi­schen +31 % (Baugruppen) und +75 % (Sensoren).

Deutlicher als bei dem Umsätzen fielen die Unterschiede bei den Auftragseingängen aus: Halbleiter + 26 %, Passive - 2,3 % und Elektromechanik + 10,4 %. Allerdings war hier die Vergleichsbasis von 2021 wesentlich höher als beim Umsatz. Nur leicht anders verteilte sich in Q2 auch der Umsatzkuchen: Halbleiter 68 %, Passive und Elektro­me­cha­nik je 12 %, Strom­ver­sor­gun­gen knapp 4 % und 4 % für die restlichen Produkte (Strom­ver­sor­gun­gen, Sensoren, Displays und Baugruppen & Systeme).

Bewertung

FBDi-Vorstandsvorsitzender Georg Steinberger:

»Was am zweiten Quartal am meisten überrascht, ist die Tatsache, dass der Auftrags­ein­gang bis jetzt weiterhin drastisch über einem gesunden Maß liegt. Traditionell beginnt der Markt ab einer Book-to-Bill-Rate von 1,2 von Knappheit zu sprechen, wir verharren seit Anfang 2021 bei über 1,5. Differenzierter betrachtet, sieht man jedoch schon Norma­li­sie­rungs­ten­den­zen bei fast allen Produktbereichen außerhalb der Halbleiterbauelemente. Was das für das weitere Jahr bzw. für nächstes Jahr heißt, darüber kann man trefflich spekulieren – die Wetten über eine Abbremsung schon in diesem Jahr bzw. eine sich fort­set­zen­de strukturelle Knappheit bei einzelnen Produktsegmenten bis ins nächste Jahr laufen bereits.«

Potentielle Störfaktoren in der weiteren Komponentenmarkt-Entwicklung sind offensichtlich und nur bedingt im Markt selbst zu suchen, meint Steinberger:

»Die horrende Inflation, die Energiepreisentwicklung samt drohender Knappheit, der anhaltende Krieg in der Ukraine und die wachsenden Spannungen zwischen China und dem Westen demolieren die allgemeinen Wachstumsaussichten erheblich und werden ihre Spuren auch in unserem Markt hinterlassen, wenn sich die großen Wachs­tums­mög­lich­kei­ten wie Digitalisierung, E-Mobility, 5G, Erneuerbare Energien und Investments in die ge­sam­te öffentliche und private Infrastruktur aufgrund von fehlenden Finanzmitteln nicht oder nicht so schnell realisieren lassen.«

Dennoch steht die Erwartung, dass der europäische High-Tech-Markt langfristig glänzende Aussichten hat, weiterhin fest im Raum. Steinberger:

»Weiter wachsender Bedarf und weitere Innovation sind ja nicht weg, wenn‘s mal wieder langsamer zugeht – Voraussetzungen wären jedoch, dass wir mehr zu den Lösungen als zu den Problemen beitragen, dass wir die nötigen Rohstoffe und technischen Fertigkeiten haben, und dass wir vor allem die nötigen gut ausgebildeten Mitarbeiter zur Verfügung haben. Der allenthalben sichtbare Nachwuchsmangel in allen technischen Berufen könnte sich zu größten Wachstumsbremse entwickeln.«

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